Einführung
„Weißt du noch…? Das haben wir gelernt!“ – Auffrischung für Kinder & Lehrkräfte: kurz, anschaulich und interaktiv – für mehr Sicherheit im Alltag.
Angst
Wir unterscheiden gute und schlechte Angst – und nutzen die gute Angst, um sicher zu handeln.
Die gute und die schlechte Angst.
Die gute Angst!
Die gute Angst schützt uns in Gefahrensituationen und warnt uns, damit wir rechtzeitig reagieren können.
Wir bleiben handlungsfähig:
- laut „Feuer“ rufen
- schnell weglaufen
- Hilfe holen (Mama, Papa, Lehrerin/Lehrer)
- laut sagen: „Nein, stopp! Ich möchte das nicht!“
Erste Grundregel
Merksatz üben und Pappnase-Konzept kindgerecht verstehen.
„Spricht mich jemand an, gehe ich einfach weiter.“
Wenn uns jemand anspricht – auch jemand, den wir kennen – und wir alleine unterwegs sind oder nach Hause sollen, bleiben wir nicht stehen. Wir können „Hallo“ sagen – und gehen weiter.
Pappnasen – die haben nur Pappe im Kopf und keinen Verstand.
Ganz normal. Sie können lieb und nett aussehen, normale Kleidung tragen. Männer oder Frauen, jung oder alt – sogar Menschen, die wir kennen.
Gar nicht – weil sie ganz normal aussehen.
„Spricht mich jemand an, gehe ich einfach weiter!“
Sofort Mama und Papa erzählen, dass man angesprochen wurde.
Sofort der Lehrerin oder dem Lehrer Bescheid sagen.
Zweite Grundregel
Mama oder Papa müssen immer wissen, wo du bist – und mit wem.
„Mama oder Papa müssen immer, immer, immer wissen, wohin ich gehe und mit wem ich gehe.“
Mama oder Papa immer Bescheid geben, mit wem ich wohin gehe.
Vorher Mama und Papa Bescheid geben.
Ja! Auch wenn es nur kurz ist, könnten Mama und Papa sich Sorgen machen. Für eure Sicherheit ist es wichtig, dass Mama und Papa immer wissen, wo ihr seid und mit wem.
Dritte Grundregel
Nur für echte Notfälle: Sich befreien und laut Hilfe rufen.
„Greif mich, dann beiß ich.“
Wenn man alleine unterwegs ist und jemand dich festhält , darfst du in den Arm beißen, damit die Person dich loslässt.
Sofort losrennen und laut schreien.
„FEUER! HILFE! FEUER!“
Weil Feuer gefährlich ist und Menschen sofort reagieren. Viele haben Angst davor und achten auf diesen Hilferuf.
Die dritte Grundregel wird nicht in der Schule angewendet. Bei Streit/Problemen immer eine Lehrkraft rufen und die Stopp-Regel beachten.
Vierte Grundregel
Schulranzen-Trick: Raus aus dem Griff – und weg!
„1, 2, 3 – und schon bin ich frei.“
Wenn man am Schulranzen festgehalten wird, den Ranzen ausziehen – nicht festhalten und nicht daran ziehen. „1, 2, 3 – und schon bin ich frei!“
So schnell wie ein Blitz davonrennen und laut „Feuer! Hilfe! Feuer!“ rufen.
Den Ranzen lassen wir zurück. Ranzen kann man ersetzen – uns nicht! Mama, Papa oder die Polizei holen ihn später.
Wer die Gurte schließt, sollte das Öffnen üben, damit es schnell geht.
Wer sie nicht schließt, kann sie offen lassen und üben, den Ranzen schnell auszuziehen.
Innen – damit niemand von außen den Namen lesen und dich gezielt ansprechen kann.
Passwort
Ein geheimes Familien-Passwort hilft euch in besonderen Situationen sicher zu bleiben.
- Zurück ins Schulgebäude gehen.
- Eine Lehrerin / einen Lehrer oder das Sekretariat aufsuchen.
- Dort können Mama oder Papa angerufen werden.
- Warten in der Schule , bis Mama oder Papa kommen.
- Wer den Nachhauseweg kennt und das vorher abgesprochen hat, darf allein nach Hause gehen – nur dann!
Nach dem Passwort fragen.
Dann darfst du mitfahren – nur Mama und Papa kennen das Passwort und sagen es, wenn sie wirklich jemanden schicken.
Sofort zu Hause ein neues, geheimes Passwort mit Mama und Papa ausmachen.
Kinderschutzraum
Ein Ort, an dem Kinder sofort Hilfe bekommen können.
Ein Raum/Ort, der Kinder beschützen kann.
In vielen Geschäften, z. B. Apotheken, Bäckereien, Restaurants, Friseurläden und weiteren Läden.
Laut sagen, dass man Hilfe braucht, und den Grund nennen:
- „Ich habe mich verlaufen.“
- „Jemand verfolgt mich.“
- „Ich wurde geärgert.“
- „Mein Fahrrad ist kaputt.“
Den Kindernotfall-Ausweis vorzeigen.
Im Mäppchen oder im Schulranzen – sofort griffbereit.
🛡️ Selbstbewusst.
Sicher. Stark.
Die Grundkurs-Mission ist geschafft. Jetzt heißt es: wiederholen, sprechen, ausprobieren und gemeinsam sicherer werden.
🖍️ Download-Arbeitsblatt
„Meine gute Angst“ – Was sie mir sagt · Was ich dann tun kann
